Archiv der Kategorie: Versicherungen

Warum PKV-Beiträge steigen

..und warum es der GKV auch nicht besser geht…

Das wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) hat die letzten Jahre mal durchgerechnet: Die Beitragssteigerungen von 2010 bis 2020 in der GKV (gesetzlichen Krankenversicherung) betragen insgesamt 45,6 %, im Jahresdurchschnitt also 3,8 %. Im gleichen Zeitraum stiegen die Beiträge in der privaten Krankenversicherung (PKV) gesamt um 25,3 %, im Jahresschnitt also um 2,3 %.

Selbstverständlich ist das bei jedem höchst individuell. Manche konnten durch einen intelligente Tarifumstellung nach § 204 VVG erheblich Beiträge sparen, andere, die sich nicht um die Beiträge kümmern, haben öfter erhebliche Beitragssteigerungen zu verkraften. Die Steigerungen bei der GKV resultieren natürlich aus der Zunahme des beitragspflichtigen Einkommens (Gehaltssteigerungen, Zurechnung sonstiger Einkünfte) und auch der stetigen Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze (nicht zu verwechseln mit der Jahresarbeitsentgeltgrenze, die die GKV-pflichtigen von den freiwillig Versicherten trennt).

Warum aber steigen die Beiträge in der Krankenversicherung immer mal wieder besonders stark?  Zum einen ist da der Gesetzgeber verantwortlich.

Denn die Versicherer dürfen die Beiträge gar nicht anpassen, wenn nicht die Kostensteigerung gegenüber der Kalkulation 10% beträgt. Bei der Sterbewahrscheinlichkeit liegt die Schwelle bei 5%.

Das bedeutet grob gesagt, dass bei zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit eigentlichen Steigerungen von z.B. 8 % der privat Versicherte erst im dritten Jahr eine Steigerung erfährt, dann aber um 16%.

Natürlich gibt es weitere Gründe: Nicht zuletzt reißen die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt immer tiefere Löcher in das Geschäftsergebnis.

Denn die Krankenversicherer haben schon Alterungsrückstellungen in Höhe von ca. 233 Mrd. Euro (Stand 2016, Quelle: PKV-Verband) angesammelt. Diese werden verwendet, um im Alter die Beiträge niedrig zu halten.

Je besser also das Anlageergebnis, desto mehr kann an die Versicherten zurückgegeben werden.

In den nachfolgenden Bildern haben wir mal versucht, die Gründe für Beitragssteigerungen zu verdeutlichen:

Ausgangslage ist die sehr vereinfachte Berechnung des Beitrags eines neu zu Versichernden.

Die Versicherung annimmt, dass dieser Neukunde bei einer angenommenen Lebenserwartung von 95 Jahren und einem Eintrittsalter von 40 Jahren insgesamt Kosten von 330.000  verursacht.

Das wären mtl. 500€. Unberücksichtigt bleiben Abzinseffekte, geringere Kosten bei Eintritt und höhere Kalkulationen im Alter. 

Die Darstellungen dienen nur der Versinnbildlichung!

Die Kostensteigerung (Leistungsfälle) und die gestiegene Lebenserwartung erhöhen den Beitrag, Stornogewinne senken ihn leicht. Der angenommene Rechnungszins lag bisher bei 3,5%

Nun gehen wir davon aus, dass der Versicherer 3,5% nicht mehr dauerhaft erzielen kann. Er rechnet nun mit einem Rechnungszins von 2,9 p.a. Bis 2018 haben die Versicherer durchgängig 3,5% erwirtschaften können. Nachdem der Leitzins der EZB zwischendurch aber auch schon bei Null lag, können die Unternehmen dies nicht mehr halten. Die Folge für unser Beispiel sehen Sie im nächsten Bild:

Der niedrige Zins trifft also nicht nur die Lebensversicherer, Anleger, Sparer, sondern auch die privat Krankenversicherten.

Und am Ende ist es schon erheblich wichtig, in welchem Versichertenkollektiv man sich befindet. Denn dieses Kollektiv macht alle kalkulierten Kosten unter sich aus, nicht etwa alle Versicherten einer Gesellschaft!

Zu einem Kollektiv gehören alle Versicherten eines Geburtsjahrgangs im gleichen Tarif, evtl. noch nach Geschlecht unterteilt bei den älteren Bisextarifen.

Sofern eine Erhöhung ansteht, erhalten alle Versicherten im Kollektiv absolut in Euro die selbe Erhöhung. Hr. Muster hat einen Beitrag von 400€ mtl. der deutlich länger im Tarif versicherte Hr. Collmann hat einen Monatsbeitrag von 200 €. Beide erhalten eine Anpassung um 20 Euro. Bei Hr. Collmann steigt der Beitrag also um 10%, wohingegen Hr. Muster „nur“ eine Beitragsanpassung von 5% hinnehmen muss.

Nun kann Hr. Muster aber überlegen, ob ein Tarifwechsel sinn macht. Hierzu darf er aber nicht den Fehler machen, aus der alten Tairfwelt (Bisex) in die neue Tarifwelt ab 2009 zu wechseln. Denn ein Zurück gibt es nicht. Deswegen sollte ein Tarifwechsel immer von einem Profi begleitet werden.

Was tun bei einem Wildunfall?

ÜBer 700  Wildunfälle ereigneten sich laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) durchschnittlich jeden Tag auf deutschen Straßen. Auch die Schadenssumme kletterte mit über740 Millionen Euro auf ein Hoch. Pro Schaden entstanden im Schnitt um 5 Prozent höhere Kosten als im Vorjahr, was hauptsächlich an der modernen Technik in den Autos liegt: Die hilft zwar Unfälle zu vermeiden oder begrenzen, doch ihre Reparatur oder ihr Ersatz ist eben auch teuer.

Wenn es zu einem Wildunfall gekommen ist, sollten Autofahrer nach GDV-Empfehlungen folgendermaßen vorgehen:

  1. Unfallstelle sichern (Warnblinklicht, Warndreieck)

  2. Polizei informieren

  3. Umgekommene oder verletzte Tiere in Ruhe lassen, nicht anfassen (Förster oder Jagdpächter holt Tiere gegebenenfalls ab)

  4. Schäden und Unfallstelle mit Fotos dokumentieren (insbes. auch Blut und Haare am Auto)

  5. Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen (von Polizei, Förster oder Jagdpächter)

  6. Versicherer anrufen (vor Reparatur, Verkauf oder Verschrottung des Autos)

Die E-Scooter kommen – und müssen versichert sein

Mitte Mai hat der Bundesrat den Weg für die Zulassung elektrischer Tretroller auf Straßen und Radwegen frei gemacht. Erwartet wird eine Riesenwelle, denn mehr als jeder dritte erwachsene Deutsche liebäugelt mit der Anschaffung eines solchen bis zu 20 Stundenkilometer schnellen E- Scooters.

Neben einer Allgemeinen oder einer Einzel-Betriebserlaubnis braucht man für die Nutzung eine Haftpflichtversicherung, da man mit den Flitzern beträchtliche Personen- und Sachschäden verursachen kann. Die Police wird durch eine Plakette am Roller nachgewiesen. Die private Haftpflichtversicherung greift – im Gegensatz zu Schäden, die man mit dem Fahrrad oder Pedelec bewirkt – beim E-Scooter nicht, da es sich um ein Fahrzeug mit eigenem Antrieb handelt, also ein Kraftfahrzeug. Die ersten Kfz-Versicherer haben bereits Tarife für die Tretroller aufgelegt. Die Integration in eine vorhandene Kfz-Police ist nicht möglich, da es sich jeweils um ein eigenständiges Fahrzeug handelt.

Auch das Verletzungsrisiko der Fahrer ist enorm, wie erste Erfahrungen in anderen Ländern zeigen. Eine Unfallpolice für das Eigenrisiko empfiehlt sich daher ebenfalls.

Wir unterstützen Sie gerne bei der Auswahl des richtigen Versicherers, bitte sprechen Sie uns gerne an.

Wert gestohlener Fahrräder seit 2008 um 70 Prozent gestiegen

Der Markt für elektrisch verstärkte Fahrräder, sogenannte Pedelecs, boomt, und auch Designräder von minimalistisch bis protzig liegen bei den Deutschen hoch im Kurs. Als logische Konsequenz daraus greifen die Käufer zunehmend tiefer in die Tasche. Der Trend zu immer teureren Fahrrädern lässt sich an den Entschädigungen ablesen, die die deutschen Versicherer nach Diebstählen zahlen müssen: 2018 stieg die Durchschnittssumme auf 630 Euro, während es 2008 noch 370 Euro waren, eine Steigerung um rund 70 Prozent.

Insgesamt wurden rund 160.000 versicherte Fälle registriert, deren Schäden sich auf rund 100 Millionen Euro summierten. Da nur ein kleiner Teil der fast 70 Millionen Räder hierzulande versichert ist, dürfte die Dunkelziffer beträchtlich sein. Auch der Polizei werden bei Weitem nicht alle Fälle zur Anzeige gebraucht. Versicherungsschutz gibt es über eine Hausratpolice, gegebenenfalls mit Zusatzklausel für das Abstellen auf der Straße. In Deutschland verfügt knapp jede zweite der rund 26 Millionen Hausratversicherungen über eine solche Fahrradklausel.

Wir prüfen gerne, ob es sich für Sie beim Wert Ihres Fahrrades lohnt und ob Ihre Hausratversicherung dies bereits beinhaltet. Sprechen Sie uns gerne an.

Kaffee zwischendurch ist eine „höchstpersönliche Verrichtung“

Wer sich bei der Arbeit zwischen zwei Terminen schnell mal einen Kaffee beim Bäcker holt, ist auf dem Weg nicht von der gesetzlichen Unfallversicherung geschützt. Denn wenn ein Weg nicht betrieblich erforderlich ist, sondern der privaten Verpflegung dient, gehört er in den Bereich der„höchstpersönlichen Verrichtungen“.

Das entschied nun das Landessozialgericht Thüringen im Fall einer Pflegedienst-Mitarbeiterin, die beim Coffee-to-go-Holen zwischen zwei Terminen gestürzt war und sich Blessuren am Knie zugezogen hatte. Ihren Antrag auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung hatte die Berufsgenossenschaft abgelehnt, da es sich nicht um einen Arbeitsweg gehandelt habe. Die Richter stimmten dem zu, denn das Kaffeeholen sei eine eigenwirtschaftliche Aktion ohne sachlichen Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit.

Für derartige oder auch schlimmere Missgeschicke, die von der gesetzlichen Unfallversicherung nicht abgedeckt sind, gibt es private Unfallpolicen. Je nach Ausgestaltung kosten sie nur wenige Euro im Monat.

Sind Sie bereits privat unfallversichert? Wir erstellen Ihnen gerne ein Angebot.

Darf man den Fahrzeugschein im Auto lassen?

Nachdem einer Kaskoversicherten im Dezember 2010 das Auto gestohlen worden war, stellte sich der Versicherer bei der Regulierung quer. Begründung: Der Fahrzeugschein habe im Handschuhfach gelegen, was eine Gefahrerhöhung bedeutet habe. Damit wollte sich die Geschädigte nicht abfinden, sie zog vor Gericht.

Nach einem langen Weg durch die Instanzen sprach das Oberlandesgericht (OLG) Dresden kürzlich abschließend Recht: In diesem Fall stellt es keine grobe Fahrlässigkeit oder Gefahrerhöhung dar, den Fahrzeugschein im Auto zu belassen. Denn im Handschuhfach war er für potenzielle Diebe nicht sichtbar; bei einer Deponierung hinter der Windschutzscheibe sähe es also anders aus. In die gleiche Richtung gingen zuvor schon die OLGs Oldenburg und Hamm, die den Anspruch auf Versicherungsschutz nicht dadurch verwirkt sahen, dass der Fahrzeugschein nicht mitgenommen wird.

Das OLG Celle hingegen gab 2007 einem Versicherer recht, der sich auf Leistungsfreiheit wegen geänderter Gefahrenlage berief. Fazit: Auf der sicheren Seite ist man, wenn man den Fahrzeugschein mit sich führt und nicht im Auto liegen lässt.

Sommerzeit ist Reisezeit – sicher durch den Urlaub

Manche sind schon in Urlaub, manche fahren aber erst noch. In Bayern geht es Ende des Monats los.
Zeit, sich nochmal Gedanken zu machen, was man noch braucht.
Unbedingt empfehlenswert, und zwar egal ob privat oder gesetzlich versichert: Eine Auslandsreisekrankenversicherung. Für den privat Versicherten als Schutz vor Inanspruchnahme des Selbstbehaltes, für gesetzlich Versicherte ein Muss wegen der Versorgungslücke!

Was ist aber, wenn jemand krank wird? Reise abbrechen, von der Reise zurücktreten? DAs kostet: Manchmal den vollen Reisepreis, bei kurzfristigem Rücktritt aber mind. 90 % des Reisepreises.

Informieren SIe sich bei unserem Würzburger Partner, der Würzburger Versicherung AG, zufällig die bestmögliche Versicherung für Reisen, denn:

TravelSecure® ist einfach unschlagbar, wenn es um Leistung und Service geht! Nachdem Finanztest diese zum besten Reisebegleiter für Familien gekürt hat, geht nun auch der eKomi Award 2019 des größten unabhängigen europäischen Anbieters transaktionsbasierter Kundenmeinungen und Produktbewertungen wieder nach Würzburg. In der Award- Kategorie #VERSICHERER konnte sie sich gegen 94 Unternehmen durchsetzen und hat dank der positiven Kundenbewertungen die Mitbewerber auf hintere Plätze verwiesen. 
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Und immer wieder sind defekte technische Geräte (hier z.B: ein Kühlschrank) oder Elektrokabel, die zu Bränden führen…

Einer der Gründe ist, dass wir heute viel leichter an Billigware herankommen.

Für alle Gewerbetreibende,Geschäftsführer, Vorstände bekommt da das Wörtchen „Elektrorevision“ nochmals eine verschärfte Bedeutung!

Ich kann nur empfehlen, Büros mit ordentlichen geprüften Steckerleisten auszustatten, keine Reihenschaltung der Leisten vorzunehmen und generell mit offenen Augen durch das Büro zu gehen.

Besonders für die Organe wie Geschäftsführer und Vorstände wird hier schnell die Unterscheidung zw. grober und einfacher Fahrlässigkeit überlebenswichtig. Da hilft dann auch irgendwann keine D&O-Versicherung mehr….

Beratung zu Prävention und Risikomanagement kann da ’ne Menge „Kohle“ sparen (sic!)

Steuerliche Benachteiligung betrieblicher Krankenversicherungen aufgehoben

Seit 2014 mussten Beiträge zu einer betrieblichen Krankenversicherung (bKV) von den Arbeitnehmern als Barlohn versteuert werden. Dies hat die Verbreitung des „Privatpatienten-Upgrades“ deutlich eingeschränkt, obwohl die Mehrheit der gesetzlich versicherten Arbeitnehmer laut Umfragen gern in den Genuss gesundheitlicher Zusatzleistungen käme.

Der Bundesfinanzhof hat nun entschieden, dass bKV-Beiträge als Sachlohn gelten und damit für Arbeitnehmer steuerfrei sind. Voraussetzung ist unter anderem, dass aus der Versicherung kein Anspruch auf Geldzahlungen resultiert. Damit wird es für Arbeitgeber wieder attraktiver, ihre Mitarbeiter in Zeiten des Fachkräftemangels mit einem „Wohlfühlprogramm“ an sich zu binden.

Eine bKV kann verschiedene Leistungsbausteine umfassen, beispielsweise Chefarztbehandlung und Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer bei stationären Aufenthalten, Zuschüsse zu Zahnbehandlung und -ersatz, von den Krankenkassen nicht erstattete Vorsorgeuntersuchungen, Auslandsreiseschutz und/oder alternative Heilverfahren.

Wohngebäudeversicherung wird teurer

Die Versicherung von Wohngebäuden war für die Anbieter in den letzten Jahren ein defizitäres Geschäft. Verantwortlich sind zum einen schadensträchtige Stürme. So kostete allein „Friederike“,die im Januar 2018 übers Land fegte, die Versicherer über eine Milliarde Euro. Insgesamt war die Sturmsaison 2017/2018 eine der vier kostspieligsten der vergangenen zwei Jahrzehnte. Doch Sturm und Hagel waren lediglich für rund ein Viertel der (versicherten) Wohngebäudeschäden der Jahre 2002 bis 2017 verantwortlich. Es sind nämlich zum anderen insbesondere Leitungswasserschäden, die sich läppern und die für rund die Hälfte des Wohngebäude-Schadensaufwands sorgen. Der lag 2018 bei über 5,2 Milliarden Euro und überstieg damit – wie schon mit einer Ausnahme in den Vorjahren – die Beitragseinnahmen deutlich.

Die Prämien müssen folglich angehoben werden, was auch schon seit einiger Zeit geschieht. Parallel dazu beschneiden manche Versicherer bei Neuverträgen den Schutzumfang – weshalb ein sorgfältiger Tarifvergleich vor einem Abschluss sinnvoll ist.